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Posts Tagged ‘Theodor Fontane’

Aus einem Brief meines Vaters [Herbert Wimbauer, Schriftsteller Philosoph u. Verleger], 1.September 1998:

(…) An Herrn Heinrich Heine hat mein Missvergnügen nie abgenommen. Gewiss, mehrere Gedichte treffen (z.B. die von Schubert vertonten späten) aber, als ich vor 2 Jahren wegen Hegel nochmals Heines Schrift über die deutsche Philosophie damals las, packte mich derselbe Ingrimm wie vor x Jahren bei erster Lektüre. Weshalb er heute so gross gehandelt wird? Das ist mir auch bei Fontane so ein Rätsel. Vielleicht, weil man heute kein Organ für wirkliche Grösse hat. Wer kennt überhaupt noch Schelling?

Heine hat oft etwas intellektuelles und auch amüsant-frivoles, vielleicht trifft dieser Ton die Zeit, der ja auch nichts heilig ist. Je leerer die Seelen, desto lieber amüsieren sie sich. Im 18. Jahrhundert nannte das aufgeklärte Mode-Wesen ja sogar Voltaires Literatengehabe — Philosophie! Roman Herzog bezeichnete Mr. Heine ja wörtlich als „grossen Dichter und grossen Denker“. Was ich ihm schwer verübelte, seither ist er bei mir tief gefallen auf der Skala meiner Respekte!

Ach unser Winter! Welch ein schöner milder Winter doch dieser letzte Monat hier war! Nur ein bisschen Schnee fehlte noch, wir standen kurz vor’m ersten Nachtfrost.

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