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Mit ‘Gerschom Sholem’ getaggte Beiträge

Ich freue mich immer, wenn meine Arbeiten auch nach Jahren noch in der Tagespresse ein Echo finden. Vor vier Jahren präsentierte ich in der FAZ meinen Fund aus dem DLA, einen Brief von Paul Celan an Ernst Jünger mit der Bitte um Hilfe für ein erstes Buch (Mohn und Gedächtnis).

Heimo Schwilk schreibt heute in der Welt am Sonntag über den Briefwechsel Jünger / Scholem. In seinem Artikel auch ein Absatz zu meiner Jünger/Celan-Edition:

Schließlich nahm die literarische Öffentlichkeit vor vier Jahren mit ungläubigem Erstaunen auf, dass der jüdische Lyriker Paul Celan Jünger nach dem Krieg eindringlich gebeten hatte, etwas für die Veröffentlichung seiner Gedichte zu tun. Seinen Brief vom 11. Juni 1951 hatte Celan mit “In Dankbarkeit und Verehrung” unterzeichnet. Der ein Jahr später bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erschienene Gedichtband “Der Sand aus den Urnen” enthielt auch das Gedicht “Todesfuge”, das den Mord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten thematisiert.

(Welt am Sonntag, 31. Mai 2009)

Schade ist, dass Schwilk meinen Namen unterschlägt. Aber das ist nicht das erste Mal und überrascht mich also nicht.

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Über gute Presse für Ernst Jünger freue ich mich natürlich immer. Gleichwohl wundert es mich, dass die Edition der Briefe Jünger-Scholem [1] nun in einigen Zeitungen [2] für Überraschung sorgt.

Zwar ist richtig, dass die Briefe heuer erstmals komplett ediert wurden von Detlev Schöttker. Neu und unbekannt sind aber weder die Briefe noch die Tatsache, dass es diesen Briefwechsel überhaupt gab.

Dass es einen Briefwechsel mit Gerschom Scholem über seinen Bruder Werner gab, stand schon 1981 in Jüngers Tagebüchern “Siebzig verweht II” (1. Juni 1977) und ausführlich 1997 in “Siebzig verweht V” (4. Juli 1995).

Weitere Briefe gab es 2004 in einem Artikel in der Wochenzeitung “Der Freitag” (Mirjam Triendl/Noam Zadoff: Ob mein Bruder Werner gemeint ist? ERINNERUNG AN EINEN PAZIFISTEN Ein bislang unveröffentlichter Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und Gershom Scholem aus den siebziger Jahren öffnet den Horizont für die jüdischen Utopien vor 1933)

Helmuth Kiesel schreibt zu Jünger/Scholem in seiner EJ-Biographie auf S. 489 f.

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[1] – Ernst Jünger, Gershom Scholem: Briefwechsel 1975-1981 (S. 293-302)
- Detlev Schöttker: “Vielleicht kommen wir ohne Wunder nicht aus”. Zum Briefwechsel Jünger – Scholem (S. 303-308). In: Sinn und Form. Beiträge zur Literatur. Hg.v.d. Akademie der Künste, 61. Jahr, 2009, 3. Heft (Berlin 2009: Aufbau).

[2]  Lorenz Jäger: Nachdenken über die Unvollkommenheit der Welt: Zur Vorgeschichte der Briefedition. In: F.A.Z., 15.05.2009, Nr. 112 / Seite 33 und Es hat mich bewegt, Ihre Handschrift zu sehen. Erinnerungen an den Krieg und an die Kabbala: Der Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und Gershom Scholem erscheint in diesen Tagen, ebd.

Ijoma Mangold: Zwei abenteuerliche Herzen. Eine prächtige Entdeckung: Der Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und Gershom Scholem. In: Die ZEIT, Nr. 22 vom 20. Mai 2009, Seite 49

Baptiste Touverey: La correspondance inédite d’Ernst Jünger et Gershom Scholem, in Nouvel Observateur, 26. Mai 2009

Ina Hartwig: Brüder. (Times Mager) in: Frankfurter Rundschau, 3. Juni 2009

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