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Ich habe bei eBay einige Suchroutinen ständig laufen, eine nach „Wimbauer“, unter anderem um Bücher meines Vaters günstig ankaufen zu können [ich habe ja seinen schriftstellerischen Nachlass und seinen Verlag nicht geerbt, werde aber als einziger Nachkomme regelmässig nach seinen Büchern gefragt, also kaufe ich sie wenn ich kann günstig an, um sie anbieten zu können; und wer da jetzt einen bitteren Unterton rausliest, liegt völlig richtig]

Letzte Woche fand sich nun eine Auktion mit Sterbebildchen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich staunte nicht schlecht, als ich auf dem Photo sah, dass eines der Sterbebildchen meinen Grossvater, Johann „Hans“ Wimbauer, zeigte. Das Photo kenne ich von der Gedenkurkunde, aber dass Oma Emmy ein Sterbebildchen hatte drucken lassen, wusste ich nicht, das habe ich noch nie gesehen.

Ich hatte den kaufagenten justiert, der mir – wie immer – gute Dienste leistete, hatte ein arg hohes Gebot eingegeben und für 6 oder 7 EUR gehörten die Stebebildchen dann mir.

Heute kam die Post, und ich besitze nun ein gedrucktes Photo von meinem Grossvater. Meine Freude ist gross. Opa Hans also, Vater meines Vaters:

 

Bild (19)

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Ich biete bei meinen eBay-Auktionen (ich habe ca. 40.000 von den hier vorrätigen 110.000 Titeln bei eBay drin) die Option »Preis vorschlagen« an. Die Erfahrungen sind überwiegend positiv. Meistens ist die Relation in Ordnung. Aber manchmal bekommt man für ein Zweihunderteurobuch auch einen Preisvorschlag von 1 EUR inklusive Versand. Das zeitigt dann nur einen ebenso albernen Gegenvorschlag, zum Beispel 199,98 €. Wenn der Kunde rumblödeln will, kann ich das ja auch.

Was immer mal wieder vorkommt, ist, dass überhaupt kein Gespür für die Kunst des Handelns da ist und die Verhandlungsstrategie von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die beiden häufigsten Missgriffe hier sind: die Ware schlecht machen und den Händler beschimpfen oder beleidigen. Am besten in Kombination.

Ein Beispiel: gestern bekam ich den Preisvorschlag „10 EUR“ für ein Buch, das ich für 85 Euro anbiete. Das Buch ist nicht mehr ganz so gut in Schuss, die andern Bände der Reihe habe ich in gutem Zustand für 120-130 EUR pro Band verkauft, sodass 85 Euro den Zustand angemessen berücksichtigte. Mein Gegenvorschlag war 80 EUR. Dann kamen Mails, dass ich „verblendet“ und „grössenwahnsinnig“ sei. Ja gut, meinetwegen, aber nicht bei mir. Nächste Mail: ich würde ja überhaupt keine Ahnung haben, er kaufe diese Bücher schon seit Jahren, und er würde niemals mehr als 35 EUR für so ein Buch ausgeben und ich solle ihm das Ding für 35 verkaufen!

Fehleinschätzungen passieren mir durchaus, aber „grössenwahnsinnig“, „verblendet“ und „keine Ahnung“ sind keine gute Grundlage für eine Diskussion. Also Ende der Geschichte. Das Buch übrigens ist seit 1992 in meiner Privatsammlung, ich hatte die Preisentwicklung seitdem durchaus im Blick.

Anderes Beispiel: Kunde will Buch X kaufen, das ich für 50 EUR anbiete. Preisvorschlag 10 Euro, Begleitmail: das Buch sei ja schlecht erhalten, das würde er anderswo im Netz für 6-8 Euro bekommen in viel besserem Zustand, meine Preisvorstellung sei unverschämt und er sei nicht bereit, mehr als 10 Euro zu bezahlen.

Ich checke dann kurz die Marktlage (ZVAB und Eurobuch) und wenn ich völlig danebenliege, weil ich vielleicht vor 5 Jahren, als ich den Preis machte, einer von zwei Anbietern im Netz war, und inzwischen hundert andere den Titel auch anbieten, das geht manchmal rasch!, dann kann ich das immer noch überdenken, aber meistens stimmt es eben nicht, und da ist mein Preis sogar ziemlich gut. Und es ist war einfach nur eine verfehlte Verhandlungsstrategie. Es ist ja auch nicht logisch. Denn wenn er bessere Exemplare anderswo kaufen kann, warum kauft er dann nicht dort? Und wenn das Buch so schlecht ist und ich so ahnungslos, warum will er es dann unbedingt haben?

Auf der andern Seite: wenn ich einen guten positiven Grund habe, jemandem entgegen zu kommen mit dem Preis, so ist das doch völlig in Ordnung und ich mache das gern. Aber Schlechtmachen der Ware und des Händlers geht nicht.

Eine positive Geschichte ist etwa so eine: ich hatte ein Buch im Katalog mit der Widmung zum 2. Platz beim Marinepreisskat der Eckernförder Bucht im Frühjahr 1944 und dem Exlibris von – nennen wir ihn frisch erfunden: Günther Knesebeck. Und eines Tages rief ein alter Herr bei mir an, der mit brüchiger Stimme sich als Günther Knesebeck vorstellte und sagte, dass sein Enkel im ZVAB dieses Buch gefunden habe. Und er schilderte mir, wie das mit dem Preisskat war und wie sein Exlibris aussah (das nicht abgebildet war im Netz, also musste das stimmen). Und er erzählte, dass er geglaubt hatte, dass das Buch mit all seinen andern Büchern in den Bombenangriffen verbrannt sei. Schmale Rente undsoweiter, er würde einfach gern nochmal etwas aus seiner Jugend besitzen, und er nannte einen Preis, und ich schickte ihm also das Buch.

Langer Rede kurzer Sinne: Ware schlechtmachen und Händlerbeschimpfen ist nicht nur unschön, das ist vor allem uneffektiv. Denn ich soll ja dem Kunden einen Gefallen tun, indem ich ihm preislich entgegenkomme. Und dafür muss es positive Argumente geben. So tarantinomässig: „Du bist ein cooler Antiquar, das ist ein gutes Buch, ich bin ein cooler Kunde, ich bin dein Mann, das ist das ideale Buch für mich, lass uns noch was Nebensächliches klären: hej, lass uns einen Preis machen, über den wir beide glücklich sind.“

Kurz : everybody be cool.

http://stores.ebay.de/Wimbauer-Buchversand

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