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Archive for 7. Februar 2009

Was gewesen – ist vorbei
Was noch kommt – ist einerlei
Was jetzt geschieht ist echt
Vielleicht, vielleicht, zurecht

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Stephen Fry, Der Sterne Tennisbälle. Roman.- Aus d. Englischen von Ulrich Blumenbach.- Berlin 2001: Aufbau, 1. Auflage, 391 Seiten, ISBN 3-351-02929-2

„Geld verhält sich zu allem wie ein Flugzeug zu Australien. Das Flugzeug ist nicht Australien, ist aber das beste uns bekannte Mittel, um hinzukommen. Metonymisch gesprochen, wäre das Flugzeug also doch Australien.“ (S. 36)

„Da draußen mußten Millionen von Menschen herumlaufen, die einfach nicht kapierten, dass ihr Problem nicht dieses oder jenes Unrecht oder soziale Übel war, sondern das verkümmerte Selbstwertgefühl, das sie grundsätzlich andere anklagen und Ursachen nie in der eigenen Bitterkeit und Wut suchen ließ: Diese Selbsttäuschung noch zu fördern, das war die schlimmste Verlogenheit. Die einen glaubten, ihre Chancen auf ein erfülltes Leben würden von den vielen Asiaten in England eingeschränkt, die anderen machten das Königshaus zum Buhmann, wieder andere lasteten alles dem hohen Verkehrsaufkommen vor ihrem Haus an oder aber der Bosheit der Gewerkschaften, der Macht herzloser Arbeitgeber, der Weigerung der Ärzte vom National Health Service, ihren Zustand ernstzunehmen, dem Kommunismus, dem Kapitalismus, dem Atheismus, eigentlich allem, nur nicht ihrer jämmerlichen Willensschwäche und Unfähigkeit, das eigene Leben in den Griff zu kriegen.“ (S. 56 f.)

„Dumme Menschen redeten sich immer ein, sie wären vielleicht nicht so schlau, aber dafür hätten sie Gefühle und Intentionen, die Intellektuellen verwehrt wären. Dummes Zeug, dachte Ashley. Genau dieser Irrglaube machte dumme Menschen so dumm. In Wirklichkeit hatten kluge Menschen weit mehr Ressourcen, um die Verbindungen herzustellen, die landläufig Intuition genannte wurden. Was war ‚Intelligenz’ denn anderes als die Fähigkeit, etwas in die Dinge ‚hineinzulesen’?“ (S. 65 f.)

„Barson-Garlands Seite war ein durchschlagender Erfolg. Ashley orientierte sich an den Kolumnisten der Abendzeitung der Konkurrenz und stellte fest, dass er die Gabe besaß, Binsenweisheiten in gängige Polemik zu kleiden. Abgestumpften Pendlern, die fremdwortreiche Misanthropie habituell mit Scharfsinn und Intelligenz verwechselten, sprach er damit aus dem Herzen.“ (S. 304)

„Wenn der Verstand versagt, übernimmt reflexhaftes Zitieren.“ (S. 312)

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