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Posts Tagged ‘Social Networks’

Seit einiger Zeit befinde ich mich auf einem Parforceritt durch die Virtualitäten des sogenannten und so genannten web2.0, durch Social Networks. Stets, wenn ich irgendwo von irgendeinem neuen Netzwerk höre und ich im ersten Moment denke: “das braucht kein Mensch”, überleg’ ich’s mir probehalber doch anders und entdecke nach erstem, befremdeten Tasten durchs neue Medium (jede Plattform hat ihren eigenen Tonfall) etwas, das sich als spezifische Faszination benennen liesse.

Und so bin ich bei Facebook und bin darüber in Kontakt mit alten und neuen Freunden und Bekannten, bekomme über diesen Blog hier auch die interessantesten Mails und Diskussionen.

Twitter war von den bisher getesteten Plattformen die Revolutionierung meiner web2.0-Erfahrung. Twitter kannte ich aus Medienberichten nach der Hudson-Landung eines Flugzeugs. Ich hielt Twitter für etwas zwischen Zeitverschwendung und grobem Unfug. Und ausgerechnet dieser Unfug erwies sich als von den neuen Webservices als der Interessanteste. Die Mischform aus Bekanntgeben und Diskutieren, aus Ironie, Flapsigkeit und Pathos, aus Spontaneität und Formwillen, die ist von verblüffender Prägnanz und aphoristischer Grazie. Die Beschränkung auf 140 Zeichen gibt ein zugespitztes Aufdenpunktbringen, das sich – wenn es nicht in aberwitzigen Abkürzungen versandet – zu sprachlichen Höchstleistungen aufschwingt, die jedem Liebhaber des Wortes frühlineske Freude machen.

Twitter hat jedenfalls schon hier im Blog für messbaren “Traffic-Zuwachs” gesorgt und im Antiquariat blieb’s auch nicht unbemerkt. Die über Twitter gewonnenen neuen Kontakte sind hilfreich, interessant, spannend. Einige haben sich nun auch auf Xing verlagert und dort auch schon erweitert. Bei Twitter und Xing fand ich beängstigend rasch aus den Augen verlorene Freunde und Bekannte wieder.

Einer andern Frage werde ich ein andermal nachgehen, darüber muss ich auch erstmal Klarheit erlangen: wieso es einem eingefleischten/ausgefuchsten Misanthropen wie mir so viel Freude bereitet, mit unzähligen Menschen über diese neuen Kommunikatoren in Kontakt zu sein. Vielleicht weil ich im Virtuellen  einfacher über Anwesenheit und Verschwinden von Andern entscheiden kann als in der nicht virtuellen Welt.

Wenn hier jemand vor meinem Schreibtisch steht und komische Sachen sagt, dann ist es schwieriger, ihn loszuwerden, als einen dummschwätzenden Twitterer, den man mit einem Klick “entfollowed”, wie das wohl heisst.

Der Reiz liegt wohl in der Virtualität, in der vorgegaukelten Nähe. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein  Twitterer mit 500 Followern ein erbarmenswürdiger Tropf ist, der sich als in den Schlaf weint und der keine Sau kennt in seinem räumlichen Umfeld. Und  ich kann mir Twitterer mit 5 Followern vorstellen, die prall im echten Leben stehen mit Freunden und  Bekannten.

So weit für heute zu diesem Thema, gewissermassen als Zwischenstand. Ich werde gelegentlich wieder darauf zurückkommen.

Links: TW bei Twitter, TW bei Facebook, TW bei Xing,

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