Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Januar 2012

Im März 2009 bloggte ich:

Zu freiburger Zeiten hatte ich ein Gedicht von Charles Bukowski an die Türe geheftet, das hatte ich mit meiner Reiseschreibmaschine abgetippt. Das schien mir passender zu sein als eine Kopie oder ein Scan. Das Gedicht handelte vom trinkbaren Freund. Mit den Monaten bekam das Blatt Knicke vom Dranvorbeilaufen, Ranschrammen, Ranstolpern, und  Risse und irgendwann war das Blatt weg.

Auf Bukowski kam ich dann später wieder, in Hagen. Ich las seine Erinnerungen/Romane, die Tagebücher, die Briefe [die Briefe! wer Buk nie mochte: die Briefe sind toll! --> perfekter Einstieg]. Und dann wollte ich dieses eine Gedicht wieder lesen, wiederfinde, das mir in den letzten Freiburger Monaten so viel gesagt hatte.

Ich habe hier im Regal eigentlich alles gängige von Buk. Auch ein paar seltenere deutsche Ausgaben. Leider nix signiertes (kommt noch). Aber ich müsste eigentlich ziemlich komplett sein. Gelesen habe ich nicht alles, quergelesen aber schon. Wäre das Gedicht dabei gewesen, hätte ich es gewiss entdeckt.

Vielleicht war es auch dabei und ich habe es nicht mehr erkannt. Vielleicht nicht, weil es ein anderes Gedicht geworden ist, sondern weil ich die Magie nicht wiederfand. Bei dem ein und andern dachte ich: das ists. Aber ich fand dann die zwei, drei Verse nicht darin, die ich im Kopf hatte. Nicht mehr wörtlich, nurmehr als Melodie, wenn überhaupt, als Gefühl, als Stimmung, als eine Mischung von Licht und irgendwas Nichtgreifbarem.

Von 2001 kam vor ein paar Tagen der neue Taschenbuchband „439 Gedichte“. Ich hatte zu spät gemerkt, dass ich die Texte eigentlich schon alle habe, schliesslich gab’s ja auch mal den ähnlich bezifferten Leinenband von auch 2001 (?). Egal, jetzt liegt er hier auf meinem Schreibtisch und immer wieder zwischendurch greife ich danach und schlage ihn irgendwo auf.

Die Verse von meiner freiburger Türe finde ich wohl nicht mehr wieder. Zu fremd ist mir diese Zeit geworden, zu weit weg, die Magie der Verse und bestimmter Momente ist als Gefühl nicht mehr greifbar. Im Rückblick verfärbt sich all das wie ein Polaroid, das zu lang an einer Pinnwand hing.

—- update 27.iii.09

Ich holte den Leinenband der „439 Gedichte“ aus dem Regal und sah, dass er gänzlich identisch ist mit der eben erworbenen Taschenbuchausgabe. Egal.

Meine Leinenausgabe erwarb ich gebraucht bei eBay. Vorn ist eine Widmung an den Vorbesitzer drin: „In der Hoffnung, dass du mir noch an vielen Abenden hieraus vorlesen wirst! von Birgit am 22.2.2003″. Ich bekam das Buch im März 2006. Hat also nicht so lang’ gehalten, das mit dem Vorbesitzer und dieser Birgit. Sie hätten sich vielleicht erstmal anderes vorlesen sollen.

 

Heut, plötzlich, fand ich das Blatt wieder, es lag unterm Bett in einer Bildermappe. Das hier war es:

 

Read Full Post »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 54 Followern an

%d Bloggern gefällt das: