Wir Wimbauers sind eine eher seltene Spezies. In NRW dürften ich der einzige Wimbauer sein, mit Silvia natürlich. In der Bundesrepublik leben vielleicht 50 Wimbauers. Ein paar davon kenne ich virtuell, den Posaunisten Thomas Wimbauer etwa und die Soziologin Christine Wimbauer.
Bislang gab es nur einen Wimbauer mit dem Vornamen Tobias. Dachte ich. Denn zwar nicht in Fleisch und Blut, aber doch Schwarz auf Weiss, literarisch, gab’s schonmal einen. Und das war so:
Einem Hinweis folgend, den ich für einen Ulk gehalten hatte, dem ich aber trotzdem folgen wollte, da er ja auch sich als unulkig herausstellen könnte, bestellte ich bei den Kollegen Haufe & Lutz in Karlsruhe folgenden Titel:
Arthur Achleitner: Berggeschichten. Stuttgart 1914: Adolf Bonz, 2. Auflage, 288 Seiten, Pappband.
Darin enthalten ist nämlich eine Geschichte “Der Vergleichsspezialist”, deren Protagonist Herr Tobias Wimbauer ist, kaiserlich königlicher “Bezirkskommissar bei einer Bezirkshauptmannschaft irgendwo im österreichischen Alpenland”:
Tobias Wimbauer ist “ein Teufelskerl” und mysteriös :
Die stille Hoffnung, daß Wimbauer einmal gelegentlich beim Wein sein Rezept und Geheimnis ausplaudern würde, blieb unerfüllt
So weit so gut. Aber dann kommt der ernüchternde Satz, der mir klar macht, dass ich das doch nicht bin:
Der Kommissär trank nicht, er nippte nur zur Lippenanfeuchtung



so eine Art Schiedsmann, der Wimbauer.
Lippen befeuchten mit Delinat.
Sachen gibt es!