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Archive for April 2009

Eben beim Doublettenabgleich entdeckt: von der 1949er-Ausgabe der Marmorklippen gibt es zwei Varianten des geprägten Jünger-Monogramms auf dem Deckel:

Marmorklippen

Marmorklippen

Links ist das “J” von EJ korrekt, rechts ist es gespiegelt. (EJ: Auf den Marmorklippen. Tübingen 1949: Otto Reichl, 43.-49. Tausend; Mühleisen 0059).

Eine tolle Variante gibt es auch in der italienischen Prachtausgabe der “Strahlungen” (“Diario”, 1957):

Diario

Diario

So sieht das Monogramm von Jüngers Hand aus:

Jünger-Monogramm

Jünger-Monogramm

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“An Afghanistan sind bisher mehr Deutsche gestorben als an Vogel- und Schweinegrippe zusammen.” schreibt der Philosoph und Aphoristiker Gregor Brand via Twitter.

Ich breche mit meinem Grundsatz, hier nichts tagespolitisches zu schreiben, denn mich nervt schon nach nur 2 Tagen die Schweinegrippenhysterie ganz gewaltig.

Wenn man das mediale Karusell sich ansieht, dann ist die Abfolge der Hysterien immer hübsch aufgeteilt nach den Sektoren der fleischverarbeitenden Industrie: als es Schweinepest gab, profitierten die Rinder- und Putenzüchter. Da hatten wohl die Rinderschlächter zuviel verdient, denn es folgte BSE und schon wurde wieder Schwein gekauft. Die Hühner- und Putenindustrie hatte von beidem profitiert, also folgte die Vogelgrippe und die Kuh war wieder rehabilitiert. Mit Schafen gab’s zwischendurch auch noch etwas, damit nicht plötzlich die Lammmafia [mit 3 m!] als lachender Achter auf der Matte steht.

Jetzt also wieder die Schweinderl. Fünf Leute weltweit erkrankt. Hui, hilfe! Für 5 Menschen bedaure ich aufrichtig. Es stecken sich in jeder Minute unzählige Menschen mit allerlei Krankheiten an, die mitunter tödlich sind, bekommen Leute Aids, Krebs, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Demenz, Diabetes und weiss der Geier was noch alles.

Das will ich nicht aufrechnen, denn Grippetod ist nicht mehr oder weniger wert als Krebsexitus. Dafür gibts nur keine Brennpunktsendung nach der Tagesschau. Und kein Hart Aber Fair-Special. Wahrscheinlich schlafen auch mehr Menschen in Deutschland jeden Tag bei laufendem Fernsehgerät ein und wachen nie wieder auf – kaum einer würde das dem TV-Programm zuschreiben (Langweiliflu).

Wenn Bambiflu die Bösrehe davon abhalten würde, unsere englischen Rosen abzuknabbern, so wäre das… nein, ich sags nicht.

Der beste Mundschutz gegen Schweinegrippe ist ein gutes Buch

Der beste Mundschutz gegen Schweinegrippe ist ein gutes Buch

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Früher war die meistgestellte Frage von unliterarischen Besuchern angesichts der Regale und Sammlungen: “Hast du die alle gelesen?” Nun, da ein Antiquariat im Hause ist, erübrigt sich diese Frage angesichts der in Lebenszeit nicht lesend zu bewältigenden Büchermenge.

Die naheliegende Frage, die ich nun häufig höre, ist: “wie findest du die Bücher wieder, wie behältst du den Überblick?”.

Eigentlich ganz einfach: Mit System.

In jedem meiner Angebote steht eine Regalfachnummer (am Ende der Buchbeschreibung). Mit dieser Nummer finde ich jedes Buch im Handumdrehen.

Da steht beispielsweise “F301″.

Jeder Raum bzw. jede Regalreihe hat eine eigene Regalnummer oder Buchstabenkombination. Jedes Regal wird von oben links nach unten rechts bestückt, wie Zeilen in einem Buch. Jedes Regalfach ist zweireihig bestückt, gerade Zahl hinten, ungerade Zahl vorne.

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 1

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 1

Bei F303 wäre im hinteren Flur (F) die Dreihunderterregalreihe, das ist die linke Wand (rechts stehen die 400er-Regale), F301 ist ganz oben links in der vorderen Reihe (hinten 300, vorne 301). F303 ist die vordere Reieh des Fachs rechts neben F300/301.

Und da in jedem Regalfach jeder Titel nur einmal steht, und meist auch jeder Autor nur einmal vertreten ist pro Fach (auf dem Beispielsphoto sind mehrere Brechts, ich weiss, das ist eine Ausnahme) ist also ein bestelltes Buch mit einem Blick auf die Bestellung lokalisiert und dann mit ein/zwei Handgriffen gefunden.

Ich habe in manchen Räumen noch ein konkurrierendes Sortiersystem (insgesamt umfasst mein Antiquariat 10 Räume, 8 mit Büchern in Regalen und 2 mit Neuankäufen/Nachschublager vorsortiert in Kisten):

Dort hat die Regalreihe einen Buchstaben (A bis M bzw. KPR/OPR, hhl/xhl usw. je nach Standort) und die Bücher sind numerisch aufgestellt von A0001 bis theoretisch A9999, B0001 bis B9999 im nächsten Regal usw. Zwischen jedem zehnten Buch ist ein Zwischenleger mit Nummer, sodass ich mit einem Blick sehe, wo das gesuchte Buch steht:

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 2

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 2

Das hat den Nachteil, dass man beim Auffüllen ziemlich viel Aufrutschen muss. Deswegen habe ich da mitunter mehrere Buchstaben in einem Regal, damit ich nur ein paar Fächer aufrücken muss, zum Beispiel hier:

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 3

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 3

Hier sehen wir die Reihen MPR, KPR und OPR.

Es gibt bei jedem System 3 goldene Regeln:

(1) egal, nach welchem System ich aufstelle, ich muss immer immer immer konsequent sein. (Wenn ich ein Buch erst mal aus Platzgründen vorübergehend anderswohin stellen möchte, aber nicht die Regalfachnummer sofort ändere im Katalog, und das Buch vielleicht erst in einem oder fünf Jahr(en) verkaufe, dann weiss ich das gewiss nicht mehr, also immer sofort ändern wenn nötig)

(2) Alle Sortiersysteme müssen durch Beschriftung eindeutig sein und einer gewissen Logik folgen. Willkürliche Spontanabkürzungen à la HDSADGBS [Hinter dem Schreibtisch auf dem grossen Bücher-Stapel] merkt man sich nicht. F300.. und A, B, C, merkt man sich nicht nur einfacher, sondern man sieht bei einem Gang durch die Räume auch anhand der Beschriftungen sofort, wo die A- oder M-Bücher stehen und wo die F300er. Das ist nicht nur für das eigene Gedächtnis wichtig, sondern auch für den Fall, dass man selbst einmal ausfällt, vorübergehend oder für immer, dann muss sich ggf. jemand anders da reinfuchsen. Und selbst wenn man es selbst macht, Eindeutigkeit ist immer besser, da einfacher.

(3) Immer dabei sein, wenn jemand Bücher rausnimmt und wieder reinstellt. Die Regalfachtrefferquote beim Wiederreinstellen ist oft karg. Und jedes verstellte Buch ist wie ein verlorenes Buch. Das gilt zumindest hier im Haus mit 75.000 Büchern, da hülfe nur Zufall.

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 4

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 4

Als PS 1: dies von mir verwendeten Sortiersysteme funktionieren nur für Versandantiquariate mit allenfalls sporadischem Publikumsverkehr. Ein Ladenantiquariat mit stöberwilligen Bibliophilen könnten solch eine auf reine Raschwiederfindbarkeit ausgelegte Sortierung natürlich nicht vornehmen, da geht es wohl nur thematisch/alphabetisch. [Alphabetisch fing ich an als ich nur 1000-2000 Titel im Antiquariat hatte, aber rasch hat man von häufigeren Titeln mehrere Exemplare da und muss dann bei jeder Bestellung die Einzelbände durchgucken, das kann zu Fehllieferungen führen, und das ist immer unangenehm]

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 5

Beispielsphoto Wimbauer Buchversand 5

Als PS 2: mich würde interessieren, welche anderen Sortiersysteme es noch gibt. Vielleicht wollen mitlesende Kollegen Auskunft geben?

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Antiquariate, die eine eigene Angebotseite betreiben und auf dieser Rabatt gegenüber ihren Preisen auf den Plattformen gewähren oder die Ware versandkostenfrei liefern, möchten in ihren Blogs mit Links aufeinander hinweisen.

Die angegebenen Versandkosten, Rabatte und günstigeren Preise beziehen sich auf Bestellung über die jeweilige Angebotsseite des Antiquariates oder Direktbestellungen.

Ich mache mit: bei mir gibt es ab sofort 10% Rabatt auf den Buchpreis bei Direktbestellung per eMail (wimbauer AT web.de) oder hier via Eingabefeld.

Die ersten Teilnehmer:

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sich auf Bestellung über die jeweilige Angebotsseite des Antiquariates.

ANGELIBRI – Rudolf
Angeli
. 10% Rabatt. Innerhalb Deutschlands versandkostenfrei.
Spezialgebiete: Erstausgaben, SF, Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft.

Die Bücher-Berg – Antiquariat
Martina Berg
. 10% Rabatt auf alle Preise bei Dirketbestellung über
meine Homepage. Spezialgebiete: Wirtschaft, Sammler-Literatur, Alles
Alte aus Papier.

Antiquariat Bergische
Bücherstube
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Plattformen. Spezialgebiete: Architektur, Buchwesen, Geschichte, Orts-
u. Landeskunde.

Antiquariat Brandel.
10% Rabatt. Spezialgebiete: DDR-Verlage, Friedrichshagener Dichterkreis,
DDR-Kunst.

Comenius-Antiquariat. Ca. 10%
tiefere Preise im Vergleich zu den Angeboten auf anderen Plattformen.
Stammkundinnen und -kunden werden portofrei beliefert.

Antiquariat – Gerald Hermann
Franke
. 10% Rabatt.

Versandantiquariat Handel
& Wandel – Uta Grafe
. Angebote nur auf der Homepage, nicht auf
Plattformen. Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands. Spezialgebiete:
Landwirtschaft, Technik, Naturwissenschaften 19. und 20. Jh., vorrangig
deutsch- und englischsprachig.

Antiquariat Hecht. Preise
um 10% günstiger gegenüber Angebot auf anderen Plattformen.
Spezialgebiete: Geisteswissenschaften, Ostfrisica, Insel-Bücherei.

Meteorologie-Antiquariat
Michael Heß
. Innerhalb Deutschlands versandkostenfrei.
Spezialgebiete: Wetter und Klima, Musikinstrumente.

Antiquariat Ruth Jäger.
Spezialgebiet: Anthroposophie. Versandkostenfrei in Deutschland bis 1000g.

Wolfgang Kistemann – Antiquariat für
Occulta & Masonica
. Angebote nur auf der Homepage, nicht auf
Plattformen. Innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Spezialgebiete:
Occulta, Freimaurerei, Alchemie, Religionswissenschaften.

Antiquariat Magister
Tinius
. Jedes Buch bei Direktbestellung mit 10 % Rabatt.
Spezialgebiete: Literatur, Kunst, Sozialwissenschaften, Studentenbewegung.

Antiquariat Rainer Friedrich
Meyer
. Preise um mindestens 10% günstiger als meine Angebote auf den
Plattformen. Innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Spezialgebiete:
Alte Drucke, Pressendrucke, Einbände, Geisteswissenschaften.

Antiquariat Krug
10% Rabatt, bei Mehrfachbestellungen 15% Rabatt. Innerhalb Deutschlands
versandkostenfrei bis 1000 Gramm. Spezialgebiete: Theologie,
Religionswissenschaften, Kirchengeschichte.

Antiquariat Orban & Streu.
Die Bücher auf unserer Homepage sind 5% günstiger als auf den
Plattformen. Spezialgebiete: Sachbücher und Belletristik des 20. und 21.
Jahrhunderts.

Antiquariat Otto W. Plocher. Homepage in Vorbereitung.

Antiquariat Solder.
Mindestens 10% günstiger als mein Angebot bei anderen Plattformen.
Innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Spezialgebiete: Altphilologie,
Philosophie, Kunstwissenschaften, Bibliophilie.

Versand-Antiquariat Michael
Stein
. Innerhalb Deutschlands versandkostenfrei. Spezialgebiete:
Film und Kino.

Theodor-Storm-Antiquariat.
Preise um 10% günstiger als unsere Angebote auf den Plattformen.

Antiquariat Weinbrenner – der
Bücherhof
. Preise um 10% günstiger als unsere Angebote auf den
Plattformen. Spezialgebiet: Franconica.

Wimbauer
Buchversand
. 10% Rabatt bei Direktbestellung per Mail mit Verweis
auf Rabattaktion.

Versandantiquariat Wolter. 10%
Rabatt auf alle Artikel bei Direktbestellung (Mail oder Telefon). Ab 40
Euro versandkostenfrei im Inland; ab 100 Euro versandkostenfrei ins
Ausland.

Stand: 05.Oktober

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Tanja Küsters rezensierte am 20. April in literaturmarkt.info das Jahrbuch “Diktynna“, darin zu meinem Text “Schnee mit Blättern drunter” (der zuerst als Privatdruck erschienen ist und unter vorstehendem Link bestellt werden kann):

“Schnee mit Blättern drunter” beginnt wortspielerisch, poetisch und vermag sich sprachlich noch zu steigern. Eine ungeheure Anziehungskraft geht von diesem Text aus, seinem Dichter und dessen Worten. Er erzählt vom Alltag, von Menschen, die auf alles eine Antwort zu haben scheinen, von Fehltritten und dem Altwerden. Jeder Buchstabe der aneinandergereiht wird, schafft literarische Stimmung auf höchstem Niveau und lässt den Leser fast in den Zeilen ertrinken!

Das freut mich.

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Ich kaufe mir wieder eine Reiseschreibmaschine. Analog. Farbband, Zeilenwechselklingel. Die stelle ich auf ein Tischchen in einen der Antiquariatsräume, einen Hocker davor, eine handvoll Stifte, eine Schere und reichlich Papier.

Zum Schreiben ohne die multimediale Ablenkung am Computer. Was vor wenigen Jahren noch ganz normal war, wirkt plötzlich absurd. So anachronistisch als hätte ich Papyri aus Ägypten eingeschifft und wollte Gänse halten für den Federkielnachschub.

Und eigentlich mutet das Vorhaben widersinnig an: durch analoge Nichtablenkung die Produktivität mehren zu wollen. Also gewissermassen Beschleunigung durch Entschleunigung zu erreichen.

—-

Nachtrag 02.Mai: ich habe wieder eine Olympia:

olympia 1

olympia 1

olympia 2

olympia 2

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Dollase beglückt uns morgen in der FAZ mit Zweimal Akkord und zweimal Textur. Zu Gast ist er bei Edouard Loubetin in Bonnieux (Provence):

  1. “… Hier nun ist das Spektrum durch die nachhaltigere Textur der dickblättrigen Pflanze deutlich ausgeweitet…”
  2. “… Die Wirkung ist massiv und bringt neben diversen Texturen ein sich dreimal veränderndes grünes, fast bitteres Aroma…”
  1. “… Der klassische Akkord Schnecken-Knoblauch wird – sehr zum Vorteil der Schnecken – umgekehrt…”
  2. “…Dieser Akkord hat eine hervorragende Spannung…”

(Text: F.A.Z., 25.04.2009, Nr. 96 / Seite 34)

(Noch einmal, wie es dazu kam: ( Link ) In einer Wette hatte ich behauptet,  dass Jürgen Dollase in seinen Gourmetkritiken mindestens 5mal das Wort „Texturen“ (inklusive Varianten) pro Artikel verwende, ein Freund hielt dagegen, dass Akkord mindestens ebensohäufig sei. Seitdem wird hier Buch geführt…)

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