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Archive for 13. Februar 2009

Seit neuem gibt es eine Vereinigung der Gourmets für straffreien Verkauf und Verzehr von Schlümpfen, die es sich zum Ziel gemacht hat, den diskriminierenden Verboten des Schlumpfverzehrs durch Aufklärungsarbeit und der Herstellung von Kampagnenfähigkeit entgegenzuwirken.

Ich bin der Organisation beigetreten, nachdem ich durch eigene Anschauung auf das Problem minderwertiger Importware gestossen war. Der Import minderwertiger Ware aus dem Osten ist nämlich ein Problem, das immer häufiger in der “Szene” auftritt.

Als ich jüngst meinen Gästen Schlumpfstopfleber à la Siebeck präsentierte, vermochte zwar der Blautrüffel den unidentifizierbaren Beigeschmack zu mildern, aber die Textur war gummiesk und zeitigte einen Missakkord.
Ich nehme fürderhin nur noch Bioschlumpfstopfleber aus dem Elsass. Adressen nenne ich hier aus naheliegenden Gründen nicht.

In der Selbstbeschreibung des Gründungsmanifests der “Gourmets für straffreien Verkauf und Verzehr von Schlümpfen” [nicht zu verwechseln mit der SLF, der SchlumpfLiberationFront, die der militärische Arm der Schlumpfverzehrgegner sind] heisst es:

Insgeheim hat sicher jeder schon mal gedacht: “Wie mag wohl Schlumpf schmecken?” Oder: “Wieviel Salz macht man an Schlumpfschenkel?”
Dass es einmal eine Zeit gab, in der Verkauf und Verzehr von Schlümpfen so normal war wie das pressen von 3 Meter großen Delfinen in 6 Zentimeter große Blechdosen, wissen nur noch die ganz, ganz Alten unter uns.
Seit Einführung des Gesetzes gegen den freien Verkauf und Verzehr von Schlümpfen im Jahr 1974 wurden allein in Deutschland cirka eintausend Schlumpfliebhaber inhaftiert. Die meisten von ihnen hatten lediglich mal ein Mützchen zubereitet oder ein Schwänzchen. Zwei Köche, die illegale Schlumpfrestaurants in Lünen und Saarbrücken betrieben hatten, erhielten die Höchststrafe von je 15 Jahren Haft wegen ihrer “sauer eingelegten Schlümpfe mit Koriandersamen”. Einer von ihnen ist Josh Wagner, der Autor des berühmten Schlumpfkochbuchs “Variationen in Blau”, das sich zur Bibel für alle Freunde der kleinen Leckerei entwickelte. – Noch heute sitzen 459 Schlumpf-Gourmets in Deutschlands Haftanstalten ein. Illegal, wie wir finden. Höchste Zeit, Verkauf und Verzehr von Schlümpfen wieder frei zu geben. Vielleicht wird dann auch der Hunger auf der Welt gestillt…

Diese Fragen können nicht mehr ignoriert werden! In der Gourmetvolksseele brodelt es.

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Jürgen Dollase schreibt  morgen in der FAZ über das Tschifflik in Zweibrücken. Die textur- und akkordlose Zeit hat ein Ende, er beglückt uns mit beidem, und das auch noch in einem Satz:

Es ist nur Textur und dennoch ein wesentlicher Bestandteil, der die Wahrnehmung der Pulpo-Stückchen deutlich beeinflusst und gleichzeitig im Akkord mit der Velouté einen zarten Mittelgrund bildet.

Akkord kommt noch einmal:

Sowohl den expressiven Schafskäse mit seinen vielen Kräutern als auch die stark gewürzte Wurst muss man verdünnen, um sie akkordfähig zu machen

( F.A.Z., 14.02.2009, Nr. 38 / Seite 34)

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