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Archive for 10. Dezember 2008

Einer der Financiers meines Vaters [Herbert Wimbauer, 1944-2012, Schriftsteller, Verleger und Philosoph] war “Opa R.”. Opa R. war auch mein Patenonkel. Opa R. wurde nur von mir Opa genannt, in Wirklichkeit war er nicht mein Opa, aber weil er so oft bei uns zu Besuch war, hiess er eben Opa R. für mich und ich duzte ihn. Kurt R. kam aus Breslau oder Bromberg oder Königsberg, ich weiss es nicht mehr so genau, und das Stichwort ‚Polen’ reichte aus, um ihn auf hundertachtzig zu bringen. Zu Reichszeiten war Opa R. bei einer der bekannteren Einheiten der Waffen-SS (bei welcher, habe ich leider vergessen). Im bürgerlichen Nachkriegsberuf war Opa R. Zahnarzt. Ein ziemlich schlechter Zahnarzt. Die Füllungen rührte er auf Betonbasis selbst an, mit Lötkolben; ich erinnere mich an erstaunte Gesichter von moderneren Zahnärzten, da sie das sahen… Ich weiss heute noch genau, wie dämmrig das Licht in der Praxis war mit diesem nikotinfarbenen Gelbstich darin, ich weiss noch genau, wie es roch. Ich weiss auch noch, wie das Haus aussah von aussen und wie der Hausflur. Opa R. starb im Krankenhaus; er war gestürzt und hatte sich die Hüfte (?) gebrochen. Das Liegen im Krankenhaus setzte ihn schachmatt.- Er finanzierte Papa und auch die anthroposophische Christengemeinschaft in Villingen-Schwenningen. Ich hab mal mit ihm Federball gespielt im Garten. Ich weiss noch genau, wie es aussah in seinem Haus. Wenn Opa R. zu Besuch kam, gingen wir meist essen. Papa ass dann meist Forelle blau. Die gab’s zuhause nämlich nicht, Mama weigerte sich standhaft, Fisch zuzubereiten. Einmal kochte Mama Rouladen und hatte die Bindfäden um die Rouladen nicht entfernt. Opa R. wusste wohl nicht so recht, wie er unauffällig das Malheur umgehen konnte, also wickelte er den Faden sorgfältig mit der Gabel auf und ass ihn mit. Ob das stimmt, frage ich mich, da ich es niederschreibe. War das nicht Show für mich?

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Diese Münze mit einem Jünger-Portrait auf der Vorderseite und einem Zitat aus “An der Zeitmauer” auf der Rückseite stammt aus dem Jahr 1992. Mehr ist mir über die Münze nicht bekannt.

Ernst Jünger Portrait-Münze

Ernst Jünger Portrait-Münze | Photo (c) T.Wimbauer 2008

Die Rückseite:

Ernst Jünger-Münze Rückseite | Photo (c) T.Wimbauer 2008

Ernst Jünger-Münze Rückseite | Photo (c) T.Wimbauer 2008

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Update 11. Januar 2009: Die Münze ist von Bildhauer Rudolf Triebel (Meersburg) gestaltet, hergestellt hat sie der Medailleur Harry Maximilian Buchberger (vgl. Schwäbische Zeitung vom 25. April 1992). In einer Matinée zu Meersburg wurde die Medaille am 9. August 1992 der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Casimir und Alfred beim Dekorativ-in-der-Gegend-Rumhocken

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