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Archive for Dezember 2008

Viel sinnvoller wäre es doch, Neujahr zum Frühlingsanfang zu feiern. Und nicht mitten im Winter. Geschichtlich ist das so: der gregorianische Kalender wurde für die Finnen eingeführt. Damit die auch mal was zu feiern haben. Schliesslich ist da das halbe Jahr scheissedunkel und der Alkohol fies teuer. Da brauchte es mittendrin noch ein Fest. Also hat man Neujahr mittendrin reindefiniert.  Das bringt zwar kein Licht ins Haus und macht auch den Alk nicht billiger, aber für wichtige Feste gibt man das Geld viel leichter aus, also ists auch egal, wenn der Stoff soviel kostet… Nun ja: Prost ihr Finnen, frohes neues Jahr. In eckigen Klammern: Hier gabs leckeren Sekt von Zwölberich (Demeter) und Bergdolt. Baumkuchen aus Aachen.

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Aus dem Tagebuch von Friedrich Helms, Wilhelmshorst (erscheint im Winter 2009 im Eisenhut Verlag)

Mi[ttwoch] 31/12 Der letzte Tag im schäbigen 1947. – Verschlafen! Um ½ 7 Uhr wache ich auf. Also fahre ich gegen jedes Programm erst um 9.50 Vorher sägen wir noch einen Kantholzbalken. Als mittags die Kollegen sich mit bestem Sylvestergruß & Handschlag verabschieden, blieb ich allein zurück zur Seite des wärmenden Ofens. Nicht gerade eine erhebende Situation! Aber mittags geht es pünktlich in Wannsee los nach Hause. Es hat im Laufe des Vormittags tüchtig geschneit, hoher Schnee liegt beim Aussteigen auf [dem] Bahnhof, der Fuß stampft durch die noch ungebrochene Decke. Unser Zimmer ist geheizt, M. empfängt mich mit einem ordentlichen topf voll grüner Bohnen, dann gibt’s „Reibekuchen[“], dann Graupen (von Tante L. und als Hühnerfutter geschickt) mit Kirschen &, damit immer noch nicht zufrieden, mache ich mich über den Pudding her, der für morgen gedacht war. Halt! Die Graupen gab es ja erst abends, nachdem uns das Festessen: gebr. Leberwurst mit köstlichem Kartoffelsalat geschmeckt hatte. Zwischendurch pütschten wir die Pulle Punsch aus Schnapsgläsern aus. Im Radio hörten wir die „Minute“ & dann nur alberne Plattheiten. Nochmals gab es Heißgetränk ohne Stimmung & Alkohol & jetzt um 11 Uhr warten wir auf den Ablauf der letzten Stunde des Jahres. Es ist draußen winterlich & kalt. M. strickt mir aus Wollresten ein Paar Fausthandschuhe  (also eine Kombination Goethe-Schiller!) Ich finde, sie werden reichlich bunt, eine ganz besondere Zierde für 1948. – Eigentümliche Schmerzen im Darm bereiten mir, besonders gegen Abend, häßliche Beschwerden, die hoffentlich nicht als Vermächtnis des alten für das neue Jahr überliefert werden (!)

Süßstoffliches Heißgetränk,

Ohne Reiz und Alkohol,

Ist des Himmels kein Geschenk,

Schüchtern sagt man nur „zum Wohl!“

Wenn die Zeit doch Wandel brächte:

Heute noch mit einem Ruck,

Wieder für Sylvesternächte

Einen ehrlich-derben Schluck!

Und wären es die sauersten 88er Weine! Und da ist es 12 Uhr. Nach kurzer Glockenimitation gibt es ein dünnes Wortgeklüngel im Radio. Wir treten hinaus in den winterlichen Garten. Rings sind erleuchtete Fenster, ein schnapsfreudiger Nachbar kann sich kaum genug tun, der ganzen Welt ein „Prost Neujahr!“ immer wieder zuzurufen. Unsere kl. Kirchenglocke läutet, drüben aus Caputh hallt es gleichermaßen. Unser Weihnachtsbaum brennt, die Gedanken wandern. 1947 ist zu Ende. Wir weinen ihm keine Träne nach! –

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Sumpf

- Bilden Sie einen Satz mit “Sumpf”

- Gern: Oft gerät man in Dinge hinein durch sein persönliches Umfeld

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Der Philosoph Walter Patt ist, wie ich erst jetzt erfuhr, im Oktober verstorben. Mit Jünger stand Patt seit 1975 im Austausch. Viele Briefe gingen von Bonn nach Wilflingen und von Wilflingen nach St. Augustin. Patt besuchte Jünger (Jünger spendierte das Zimmer im ‘Löwen’), man sah sich bei Jüngers Schwägerin in Bad Godesberg. Die Korrespondenz befasste sich mit Nietzsche, immer wieder Heidegger und “Der Arbeiter”. Patt war Privatdozent an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz.

Ich blättere in den Briefen EJs an Patt und finde diese Zeilen, die ein guter Nachruf sind:

(c) T. Wimbauer

(c) T. Wimbauer

(c) T. Wimbauer

(c) T. Wimbauer

(c) T. Wimbauer

(c) T. Wimbauer

Agadir, 23.1. 1977

Lieber Walter Patt,

(…) Ich lese jetzt die sechs Bände des hand- schriftlichen Nachlasses von Schopenhauer. (Wenn

ein Geist von überlegener Intelligenz auftaucht,

werden sich alle Dummköpfe gegen ihn zu- —>

->sammen tun. Das Schicksal steht auch Ihnen

bevor, wenn Sie sich nicht zurückhalten.)

herzlich Ihr Ernst Jünger

[Original in Sammlung T. Wimbauer, (c) tw]

~

PS. Wir kannten uns nur brieflich und vom Telephon. Das Telephon stand beim Nachbarn im Studentenwohnheim. Vielleicht wusste der gar nicht, dass Patt dort telephonierte. Walter Patt war ein feiner Mensch am Telephon, wir haben uns gut verstanden. 54 ist doch kein Alter. Ich hätte gern noch ein paar Mal mit ihm telephoniert.

r.i.p. lieber walter patt

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Ich glaube, dass solche Leute auch so schräg geworden wären ohne diese Art von Musik. Ich finde es immer sehr bezeichnend, dass es, wenn irgendwo ein Schulmassaker passiert, sofort heißt: kein Wunder, der Typ hat ja auch Heavy Metal gehört. Hat man jemals bei Josef Fritzl die Plattensammlung durchwühlt? Nee, hat man nicht. Man würde nicht hingehen und sagen, der hat die Kastelruther Spatzen gehört; kann es sein, dass sein Verhalten mit dieser Musik zusammenhängt?

(Mille Petrozza in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 28.12.2008, Nr. 52 / Seite 23)


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Nur kurz einmal ein Hinweis auf meinen Jünger-Newsletter, der ( fast ) alle Nachrichten zu den Brüdern Jünger enthält. Dazu gehören Hinweise auf (möglichst) alle Neuerscheinungen in Buch- oder Aufsatzform oder Zeitungsartikel und Rezensionen (meist im Volltext), Hinweise auf Rundfunk- und TV-Sendungen mit/über EJ, FGJ usw. Erscheint 3-4mal pro Woche und kostet nichts, mail an wimbauer ( at ) web.de

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Noch eine Jünger- Karikatur (Dank am AMP). Diese hier ist von Sascha Hommer und Jan-Frederik Bandel aus der Frankfurter Rundschau vom 27. Juli 2007 (S.26)

Jünger in Comic | Scan von T. Wimbauer

Jünger in Comic | Scan von T. Wimbauer

(ggf. mit rechter Maustaste auf “Graphik Anzeigen” gehen)

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